Oktober 2009 in Thüringen. | ![]() Holly mit neun Monaten. |
Das Morgan Horse war bis auf zu dem einen schicksalhaften Tag im August des Jahres 2008 eine schier unbekannte Rasse für mich.
Ich suchte für mein damaliges Reitbeteiligungspferd einen passenden Springsattel. Eine Freundin gab mir einen großen Stapel
an alten Cavallos, weil sie in irgendeiner einen guten Artikel vermutete, der Tipps zum Sattelkauf parat hielt. Zu Hause
blätterte ich sie durch, las mal hier und mal dort. Den besagten Artikel fand ich auch. Aber auch jenen Artikel, der mich
in meine heutige Situation geraten lies. In einer Cavallo von 2000 wurde über das Morgan Horse in einem ausführlichen Bericht
geschrieben. Ich war hellauf begeistert, von dem was ich las und recherchierte im Internet. Tatsächlich traf ich auf ein paar
wenige Internetseiten von Morganbesitzern und Züchtern. Seitdem stöberte ich des Öfteren mal auf diesen Seiten, um neue Dinge
zu erfahren, weil mich diese Rasse nicht los lies. Schon bevor diese Rasse kannte, machte ich mir Gedanken darüber, was mein
Traumpferd für Eigenschaften haben sollte. Es sollte zu meiner Größe passen, temperamentvoll, ausdrucksstark, ausdauernd, robust
und intelligent sein, denn ich suchte ein Pferd, für einen anspruchsvollen Freizeitreiter, wie ich es bin. Dachte aber, so eine
Rasse würde man nicht finden, die gibt es nur im Traum. Umso mehr war ich verblüfft über den Artikel in der Cavallo, denn diese
Pferde, die dort beschrieben waren, trafen genau auf meine Vorstellungen zu.
Im Mai des Jahres 2009 kam dann das erste deutsche Buch über Morgans von Regina Reiter auf den Markt. Natürlich kaufte ich mir das
sofort. Ich erfuhr wieder viele neue Dinge und langsam bekam ich das Morgan-Fieber. Auf verschiedenen Internetseiten, wie auch
jene der Germanmorganhorse, schaute ich sehr oft vorbei, da ich dort gern nach den neuen Verkaufspferden und Geschichten der
Besitzer stöberte und ins träumen geriet.
Nach einem Besuch in Gilching bei Frau Reiter und ihren zwei Morgan Stuten während meines Urlaubes in München im September 2009,
war ich dann völlig vom Morgenvirus infiziert. Denn was ich vorfand, waren Pferde, die in Echt genau das wieder spiegelten, wie
ich es schon oft gelesen und es mir in meinen Träumen vorgestellt hatte. Sie sagte mir auch, dass der Züchter Ralf Schmiedel vom
Gestüt Hof Boxberg seine Fohlen aus 2009 noch zu verkaufen hätte. Auf der HP des Gestütes nach den Fohlen zu schauen, war das
erste was ich tat, als ich aus dem Urlaub zurück war. Da entdeckte ich die einzige Stute aus dem Jahrgang und verliebte mich
schon auf dem Foto.
So kam es das das ich Ende Oktober nach Floh-Seligenthal fuhr um sie mir im Original anzuschauen. Was ich vorfand, war ein kleiner
süßer Teddy. Am Anfang war sie recht misstrauisch mir gegenüber. Was mich zweifeln lies, da man ja sagt, ein Fohlen sucht seinen
Menschen selber aus. Nach dem Mittag fuhr ich wieder zur Weide, um mir nochmals für die Kleine Zeit zu nehmen, immerhin sollte ich
für mich und Pferd eine Entscheidung fürs Leben treffen. Denn Pferd und Reiter sollten schon zusammen passen, um später in einer
harmonischen Partnerschaft arbeiten zu können. Glücklicherweise brach das Eis zwischen uns. Sie suchte meine Aufmerksamkeit und
schmuste vertrauensvoll mit mir. Als ich gehen wollten lief sie mir bis an das Ende der Weide hinterher und da wusste ich, die
oder keine.
So stand mein Entschluss fest, also rief ich 2 Tage später in Thüringen an, um zu bestätigen, dass ich die Kleine mein Eigen
nenne möchte.
Im November durfte ich den Kaufvertrag unterschreiben und war nun stolze Morgan-Horse-Pferdemama.
Holly im neuen Zuhause.

Am 29.12.2009 war es dann endlich so weit. Nach einigen schlaflosen Nächten holten wir Holly zu uns nach Sachsen. Das Wetter und
die Straßenverhältnisse waren an diesem Tag auf unserer Seite, sodass die Fahrt reibungslos klappte. Nach 3,5 h Fahrt kamen wir
in ihrem neuen zu Hause an. Dort machte sie auch gleich dem Begrüßungskomitee, 2 älteren und weit aus größeren Warmblutfohlen,
klar, das sie zwar klein, aber oho ist. Zurzeit wächst sie in einer gemischten Herde mit 8 weiteren Gleichaltrigen auf, etwa
20 km von mir entfernt.
Sie ist zwar die jüngste und auch noch die Kleinste im Stall. Doch sind ihre Coolness, Unerschrockenheit und Lerngeschwindigkeit
für die anderen Fohlen unerreichbar. Auch Stallbesitzer, Schmied und Tierarzt sind von der kleinen Dame sehr begeistert.
Seit Holly da ist hege ich regelmäßig Kontakt mit einigen weiteren Besitzern, die auf meine Morganfragen bis jetzt immer eine
hilfreiche Antwort parat hatten. Dank Leuten wie Steffi Niggemeier, die sich ihr erstes Morgan Horse auch als Absetzer kauften,
hatte auch ich den Mut, diesen Schritt ebenso zu wagen.
Nun sind Holly und ich durch meine wöchentlichen Besuche schon sehr vertraut miteinander. Oft kommt sie schon auf Zuruf zu mir
und verteidigt mich vor den neugierigen Nasen der anderen Fohlen.
Für mich ein Beweis dafür, dass meine Entscheidung nicht falsch gewesen war….
Constance Nagler
April 2010

Holly mit sechs Monaten.